Rekordergebnis bei Wahl zum Parteichef — Prozent für Schulz

Delegierte halten Schilder mit der Aufschrift „Jetzt ist Schulz“ und „Jetzt Kanzler“ hoch

Delegierte halten Schilder mit der Aufschrift „Jetzt ist Schulz“ und „Jetzt Kanzler“ hoch

Wie das ganze finanziert werden soll?

Die Idee klingt zunächst toll, denn in sehr vielen Kommunen kostet ein Betreuungsplatz in der Kita mehrere Hundert Euro. Beispielhaft war das kürzlich in Wolfenbüttel zu sehen.

Auch die Kosten einer Weiterbildung zum Meister unterscheiden sich von Gewerk zu Gewerk. März nicht am Koalitionsausschuss teilnehmen, weil gleichzeitig die SPD-Fraktion im Bundestag ein Fest feiere, sagte er in der ARD. Am Ende stimmten 99 Prozent für seine Bundestagskandidatur. 1933 das Nein der SPD zum Ermächtigungsgesetz Hitlers erklärte: "Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht". Die SPD bejubelt den politisch gemeuchelten Kurt Beck, sie rührt Sigmar Gabriel zu Tränen und sie glaubt wieder an die verrücktesten Sachen.

Es ist interessant, wenn CDU-Generalsekretär Tauber in seiner Not nach den Inhalten von Schulz fragt und beinahe trotzig betont, Merkel werde regieren, während die anderen eine Show abziehen. Plänen der Union für eine Steuersenkung und Mehrausgaben fürs Militär erteilt er eine Absage. Als Laudator für Gabriel. Schulz lehnt das ab.

Mit einer Zustimmung von 100 Prozent wurde Martin Schulz gestern zum neuen SPD-Vorsitzenden gewählt.

Dabei geht er bis zur Selbstverleugnung.

T wie Tagebuch: Seit über 30 Jahren macht sich Schulz Notizen über Gott und die Welt: "Ich führe jeden Tag ein Tagebuch, am Ende des Tages". Im Gegenteil dürfte es der fröhlichste und optimistischste Übergang zu einem neuen Parteivorsitzenden sein, den die SPD in den vergangenen Jahrzehnten erlebt habe.

Eine Bilanz, die schmerzen muss. Unter Willy Brandt? Oder als Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine einst in Mannheim Rudolf Scharping stürzten und das Ruder der Oppositionspartei übernahmen und Helmut Kohl das Fürchten lehrten? Nach siebeneinhalb Jahren wird er diesen Vorsitz am Sonntag abgeben. Da waren Gabriel nur die Begrüßung und ein paar einleitende Worte zugedacht. Es müsse Schluss sein "mit dem Lohngefälle zwischen Mann und Frau", auch zwischen Ost- und Westdeutschland. Schulz hat das Kunststück fertig gebracht, die SPD binnen weniger Wochen aus ihrer Depression ans Licht zu führen.

An solche Szenarien dachte am Sonntag in Berlin kein Genosse. 3000 Gäste werden erwartet, darunter rund 500 Journalisten. Gabriel wird den Laudator für Schulz geben - so selbstlos, wie eben möglich. Um den Schulz'schen Lauf ins Kanzleramt zu stoppen, suchen die Konservativen nach Argumenten.

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley kontert mit dem Argument, Schulz müsse nicht bereits nach zwei Monaten ein komplettes Programm vorlegen. Auch innerhalb der SPD. Sinnbildlich dafür steht seine Kritik an Hartz IV, an der Agenda 2010.

Der neue SPD-Chef Martin Schulz startet mit einem Wahlresultat von 100 Prozent in sein neues Amt. Es geht um Gerechtigkeit, um Respekt, für Europa und gegen die Feinde der Toleranz. Von Berlin soll ein Signal ausgehen, das auf dem Weg zur Bundestagswahl möglichst lange tragen soll: grenzenloser Siegeswille.

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